Mittwoch, 10. Januar 2018

"Man muss nicht Ochse sein, um Rindfleisch beurteilen zu können." Karl Kraus (angeblich)

Pseudo-Karl-Kraus quote.

Der Universitätsprofessor, Unternehmensgründer und Bestsellerautor Günter Faltin war anscheinend der Erste, der dieses Zitat Karl Kraus vor 10 Jahren unterschoben hat.

Vor dem Jahr 2008 habe ich dieses Zitat in keinem digitalisierten Text gefunden. Durch welchen Irrtum Günter Falin diesen Satz Karl Kraus zuschrieb, weiß ich nicht. In den Schriften von Karl Kraus ist das Zitat weder so noch so ähnlich zu finden.

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Quellen:
Google
Twitter
Günter Faltin: "Kopf schlägt Kapital - Die ganz andere Art, ein Unternehmen zu gründen - Von der Lust, ein Entrepreneur zu sein", Carl Hanser, München: 2008, S. 68 (Link) 
Österreichische Akademie der Wissenschaften, AAC: DIE FACKEL von Karl Kraus (digitale Edition)
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Dank:
Ich danke Wolfgang Gruber für seine Recherchen (Link).

"Wacker wacker, kleiner Kacker!" Karl Kraus (angeblich)

Pseudo-Karl-Kraus quote.
Der Filmregisseur Géza von Cziffra behauptet in seiner Autobiographie, der gefürchtete Berliner Theaterkritiker Alfred Kerr habe mit diesem kurzen Satz ein Stück von Robert A. Stemmle rezensiert. Ich habe allerdings diese Kurzkritik bisher noch in keinem Buch von Alfred Kerr gefunden.

Seit  Géza von Cziffra dieses Anekdote erzählt hat, wird dieses Zitat - immer ohne genaue Quellenangabe - Alfred Kerr zugschrieben; von Karl Kraus stammt es mit Sicherheit nicht und von Alfred Kerr wahrscheinlich auch nicht.


Géza von Cziffra, 1988
  • "Einmal schrieb Kerr über das Erstlingswerk eines jungen Autors, Robert A Stemmle, der inzwischen leider auch verstorben ist, nur einen einzigen Satz: »Wacker, wacker, kleiner Kacker!«" (Link)
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Quellen:
Google
Twitter
Géza von Cziffra: "Ungelogen: Erinnerungen an mein Jahrhundert",  F.A. Herbig Verlagsbuchhandlung, München / Berlin: 1988, S. 141
Alfred Kerr Archiv
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Dank:
Ich danke Deborah Vietor-Engländer, der vielleicht besten Kennerin der Werke Alfred Kerrs, für ihre Auskunft. 

Mittwoch, 3. Januar 2018

"Wenn ihr mich sucht, sucht mich in euren Herzen. Habe ich dort eine Bleibe gefunden, werde ich immer bei euch sein." Rainer Maria Rilke (angeblich)

Pseudo-Rainer-Maria-Rilke-Zitat.

Der erste Satz dieses Trauerspruchs wurde so ähnlich von einer unbekannten Person im 19. Jahrhundert geprägt, der zweite Satz (Habe ich dort eine Bleibe gefunden ...) scheint in den 1980er Jahren entstanden zu sein und beide Sätze wurde meines Wissens bis 2002 keinem berühmten Autor unterschoben. 

Erst im 21. Jahrhundert wird diese schöne Grabinschrift Rainer Maria Rilke oder Antoine de Saint-Exupéry zugeschrieben, manchmal auch dem Dichter Milead A. Yousef Shalin (Link)  oder Milead Shalin, einem Dichter, den es allerdings nicht gibt: Herr Shalin wurde wohl von einem Scherzbold erfunden. Er  existiert nur als angeblicher Autor dieses Spruchs.

Evolution des Trauerspruchs:

1851

1868
  • "Suchet mich nicht hier, suchet mich in euren Herzen; habe ich mir da kein Denkmal errichtet, so ist mein Streben vergebens gewesen."
    Grabinschrift, Jüdischer Friedhof, Berlin

    Die Morgenröthe: ein Organ für Aufklärung, Nr 1. , Graz, 1. Juli 1868, S. 8 (Link)
1869
  • "Suchet nicht hier / Suchet mich in Eurem Herzen" lautet die Inschrift auf dem Sockel unter diesem Reliefporträt von Paul Model, der beim Bergsteigen abgestürzt war." (Link)
1894
  • "Auf dem Postament der Spruch: Suchet mich nicht hier / Suchet mich in eurem Herzen."
    Hessen (Link)
1990
  • "Suchet mich nicht am Grabe, / suchet mich in Euren Herzen, / habe ich dort eine Bleibe, / habe ich nicht umsonst gelebt!" Anonym (Link)
2002
  • "Wenn ihr mich sucht, sucht mich in eurem Herzen, habe ich dort eine Bleibe gefunden, bin ich immer bei euch."  Anonym, November 2002 (Link)
2003
  • "Wenn Ihr mich sucht, dann sucht mich in eurem Herzen.
    Wenn Ihr mich dort findet, dann lebe ich in Euch weiter." Anonym (Link)
ab 2004 
  • "Ich werde leben, so lange euer Herz schlägt. Ich werde leben, so lange ich bei Euch einen Platz im Herzen habe. Ich werde leben, so lange Ihr Euren Weg geht. Ich werde leben, so lange in Eurem Leben ein Lächeln erscheint. Wenn ihr mich sucht, so sucht mich in euren Herzen. Habe ich dort eine Bleibe gefunden, bin ich immer bei euch."
    Milead A. Yousef Shalin (scherzhafter, an Stalin erinnernder Name; unbekannt) 
    (Google)
2008
  • "Wenn ihr mich sucht, sucht mich in eueren Herzen. Habe ich dort eine Bleibe gefunden, lebe ich in Euch weiter.  Rainer Maria Rilke"   (Link)

 2010
  • "Wenn ihr mich sucht, sucht mich in euren Herzen. Hab ich dort eine Bleibe gefunden, bin ich immer bei euch. Antoine de Saint-Exupéry" (Link)

2012
  • "Wenn ihr mich sucht, sucht mich in euren Herzen. Habe ich dort eine Bleibe gefunden, lebe ich in euch weiter. Rainer Maria Rilke" (Link)
2013
  • "Wenn ihr mich sucht, sucht mich in euren Herzen, Hab' ich dort eine Bleibe gefunden, bin ich für immer bei euch. Antoine de Saint-Exupéry"  (Link)


Dieser Trauerspruch wurde also im 19. Jahrhundert geprägt, scheint in der Fassung, "Suchet mich nicht hier, suchet mich in euren Herzen",  besonders auf jüdischen Friedhöfen verbreitet gewesen zu sein und wird Antoine de Saint-Exupéry, Rainer Maria Rilke und Meriad Shalin, den es gar nicht gibt, immer ohne seriöse Quellenangabe unterschoben.

In den digitalisierten Schriften von Rainer Maria Rilke und Antoine de Saint-Exupéry ist der Spruch so wenig zu finden wie in seriösen Nachschlagwerken.
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Quellen:
Google
Google 
Die Morgenröthe: ein Organ für Aufklärung, Nr 1. , Graz, 1. Juli 1868, S. 8 (Link) 

SZ, 3. Januar 2018. 
Ulrich Seelbach und Mitarbeiterinnen, Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft der Universität Bielefeld: "Trauersprüche", 2009  (Link)  (Hinweis auf den Fake-Poeten Shalin)
Jeremias 29, 13f. (Link)

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Dank:
Ich danke Marius Fränzel, Tobias Blanken und  Peter Haas für ihre Hinweise.
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Artikel in Arbeit

"Nur wenige Menschen sind richtig lebendig. Und die, die es sind, sterben nie. Niemand, den man wirklich liebt, ist jemals tot." Unbekannter Verfasser (angeblich)

Ernest Hemingway schrieb diese Worte so ähnlich in einem schönen Trostbrief an ein Ehepaar, dessen 16jähriger Sohn Baoth Murphy nach einer langwierigen Tuberkulose im März 1935 verstorben war.

Ernest Hemingway:
  • "... very few people ever really are alive and those that are never die; no matter if they are gone. No one you love is ever dead."
    Ernest Hemingway an Gerald und Sara Murphy, 19. März 1935 (Link)
Manchmal wird dieses Hemingway-Zitat einem unbekannten Autor zugeschrieben (Link) oder ohne Angabe der Quelle (etwas verändert) in Trauergedichte eingebaut.

Ein Beispiel aus dem Jahr 2003:

"Ich bin nicht tot

Nur wenige Menschen sind richtig lebendig.
Und die, die es sind, die sterben nie.
Nur wenige Menschen lieben wirklich,
und die, die es tun, die vergisst man nicht.
Niemand, den man wirklich liebt, ist jemals tot! (1)

Wenn ihr mich sucht,
sucht mich in euren Herzen.
Habe ich dort eine Bleibe gefunden,
lebe ich in euch weiter. (2)

Weint nicht an meinem Grab um mich;
Ich bin nicht dort. Ich schlafe nicht.
Ich bin die Winde, die da wehn,
Kristallglitzer auf dem Schnee.
Ich bin die Sonne auf Ährengold.
Ich bin der Regen, herbstlich hold...
Steht nicht am Grab, die Augen rot,
ich bin nicht dort. Ich bin nicht tot. (3)
(Goethes Erben)" 2003
(Link)


Die erste Strophe (1) stammt so ähnlich von Ernest Hemingway, die zweite Strophe (2) geht auf eine anonyme Grabinschrift aus dem 19. Jahrhundert zurück und die dritte Strophe (3) ist die Übersetzung eines populären amerikanischen Gedichts, das der Amerikanerin Mary Elizabeth Frye zugeschrieben wird.

  • "Do not stand at my grave and weep
    I am not there I do not sleep
    I am a thousand winds that blow
    I am the diamond glint on snow
    I am the sunlight on ripened grain
    I am the gentle autumn rain
    When you awake in the morning's hush
    I am the swift uplifting rush
    Of quiet birds in circled flight
    I am the soft stars that shine at night
    Do not stand at my grave and cry
    I am not there, I did not die."
    Mary Elizabeth Frye, 1932 (angeblich) (Link)
Diese in England und Amerika bei Begräbnissen sehr beliebten Verse kamen durch die Übersetzung von Ken Wilbers Buch "Grave and Grit" ("Trauer und Mut" Link) in den deutschen Sprachraum. Deswegen wird Ken Wilber manchmal das Gedicht zugeschrieben, obwohl er selber in dem Buch angibt, seine Tante habe ihm das Gedicht gesandt (Link).

Das Gedicht ist in mehreren Varianten verbreitet und die Urheberschaft von Mary Elizabeth Frye ist nicht völlig sicher (Link).

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Quellen:
(Link)
2002: Who did write (Link)
Unbekannter Verfasser (Link)
Ken Wilber: Grave and Grit (Link)
Ken Wilber: Trauer und Mut, zit. nach (Link)
Wikipedia

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Artikel in Arbeit

Donnerstag, 28. Dezember 2017

"Der Horizont vieler Menschen ist ein Kreis mit Radius null - und das nennen sie ihren Standpunkt." Albert Einstein (angeblich)

Pseudo-Albert-Einstein quote.

Dieser Aphorismus ist unter Physikern und Mathematikern seit bald 100 Jahren bekannt und wurde im 20. Jahrhundert immer nur dem Göttinger Mathematiker David Hilbert zugeschrieben.

Erst im 21. Jahrhundert wird er vereinzelt Werner Heisenberg, Bertrand Russell, Leonhard Euler und Carl Friedrich Gauß und sehr oft - vor allem in vielen unseriösen Online-Zitatsammlungen - Albert Einstein unterschoben.

Da der Spruch Albert Einstein erst 50 Jahre nach seinem Tod und immer ohne Quellenangabe zugeschrieben wird, weder in Einsteins digitalisierten Schriften noch in seriösen Nachschlagwerken zu finden ist, wird er ihm - so wie Dutzende andere Pseudo-Einstein-Zitate - höchstwahrscheinlich fälschlich zugeschrieben.
 

1931
  • "Einem Besucher, der unbeirrbar an einer vorgefaßten falschen Meinung festhielt, soll der berühmte Göttinger Mathematiker Hilbert gesagt haben: „Es gibt viele Leute mit einem geistigen Horizont vom Radius Null. Den nennen sie dann ihren Standpunkt.'"
    Der Querschnitt, Jg. XI, Ausgabe 1, 1931, S. 134  (Link)
1952
  • "Hilbert definierte: „Es gibt viele Leute, die haben einen Gesichtskreis mit dem Radius null, und das nennen sie ihren Standpunkt. Nach einer anderen Überlieferung soll er gesagt haben: „Jeder Mensch hat einen gewissen Horizont. Wenn der unendlich klein wird, dann sprechen sie von ihrem Standpunkt." " (Link)
1959
  • "Ein geistvoller Mathematiker prägte einmal das spitze Scherzwort: 'Manche Leute haben einen Horizont mit dem Radius Null und nennen das Standpunkt'." (Link)
 1973
  • "Was Ist ein Standpunkt? — Ein geistiger Horizont mit dem Radius Null."
    Anonym  (Link)
 1977
  • "Es gibt Menschen“, so sagte Hilbert sinnend, „die haben einen Horizont vom Radius Null; und den nennen sie ihren Standpunkt.“ (Link)
2002
  • "Ein altes Sprichwort sagt: Es gibt Leute mit einem theoretischen Horizont vom Radius Null, den nennen sie dann ihren Standpunkt." (Link)
  • "Hierher paßt das Wort von Heisenberg: Ein Mensch mit einem Standpunkt hat einen Horizont vom Radius Null."  (Link)
 2004
  • "Und er hat in diesem Haus vermutlich schon damals Carl Friedrich Gauß zitieren gelernt: 'Es gibt Menschen mit einem geistigen Horizont vom Radius Null, und den nennen diese Leute dann ihren Standpunkt'. " (Link)
2005
  • "Der Horizont vieler Menschen ist ein Kreis mit Radius Null - und den nennen sie ihren Standpunkt." Einstein?  Link
2008
  • "Der HORIZONT der meisten Menschen ist ein Kreis mit dem Radius Null, den sie ihre Meinung nennen!" A. Einstein  (Link)
2009

  • "Der Horizont der meisten Menschen ist ein Kreis mit dem Radius null. Und das nennen sie ihren Standpunkt. Albert Einstein"
    Zitate im Management (Link)

Ein Zitat, das jahrzehntelang immer nur David Hilbert oder einem unbekannten Mathematiker zugeschrieben wurde, wird seit etwa 12 Jahren ohne Angabe von guten Gründen Albert Einstein unterschoben.
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Quellen:
Google
Wikiquote 
Alice Calaprice: "The Ultimate Quotable Einstein", Foreword: Freeman Dyson, Princeton University Press, Princeton and Oxford: 2011 (Keine Erwähnung des Zitats.)
Monika Mörtenhummer, Harald Mörtenhummer: Zitate im Management: Das Beste von Top-Performern und Genies aus 2000 Jahren Weltwirtschaft. Linde: 2008, ebook (Link)
Der Querschnitt, Jg. XI, Ausgabe 1, 1931, S. 134  (Link) 
Zuschreibung an Bertrand Russell: Uni Mainz (Link) 
Zuschreibung an Leonhard Euler: (Link) 
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Dank:
Ich danke Nicole delle Karth für den Hinweis auf dieses Falschzitat. 

Donnerstag, 21. Dezember 2017

"Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen." Aristoteles (angeblich)

 
Pseudo-Aristoteles-Zitat.
Dieser Aphorismus ist  in verschiedenen Versionen seit dem 19. Jahrhundert in englischsprachiger Literatur verbreitet und wird erst im 21. Jahrhundert Aristoteles unterschoben.  

Wahrscheinlich wurde der Aphorismus 1859 von der 19jährigen Spiritualistin Cora L. V. Hatch   geprägt (Quote Investigator, Link).

In den Werken von Aristoteles ist der Spruch weder so noch so ähnlich so wenig zu finden wie in seriösen Nachschlagwerken zu Aristoteles.

Der "Wind" kommt seit biblischen und klassischen Zeiten metaphorisch in vielen Redensarten und Sprichwörtern vor, in der Kunstgeschichte symbolisiert er in der Renaissance im Zusammenhang mit aufgeblähten Segeln und dem Steuermann das Schicksal.

Walter Benjamin:
  • "Für den Dialektiker kommt es darauf an, den Wind der Weltgeschichte in den Segeln zu haben. Denken heißt bei ihm: Segel setzen. Wie sie gesetzt werden (-) das ist wichtig. Worte sind seine Segel. Wie sie gesetzt werden, das macht sie zum Begriff."
    Walter Benjamin, Das Passagen-Werk (Link)

Paul Tillich:
  • "In der Symbolik der Renaissancekunst wird das Schicksal durch den Wind dargestellt, der die Segel eines Schiffes aufbläst, während der Mensch am Steuer steht und die beabsichtigte Richtung soweit wie möglich einzuhalten sucht."
    Paul Tillich, Der Mut zum Sein (Link)
1859, Cora L. V. Hatch :
  • "You could not prevent a thunderstorm, but you could use the electricity; you could not direct the wind, but you could trim your sail so as to propel your vessel as you pleased, no matter which way the wind blew."
    Cora L. V. Hatch, 1859, Quote Investigator (Link)

Varianten:
  •  "As someone has said: we cannot direct the wind but we can adjust the sails."
  • "Like Mahatma Ghandi, 'we can't change the wind but we can adjust the sail'."
2010
  • Wir können dem Wind keine Befehle erteilen, aber wir können unsere Segel neu setzen und die Richtung ändern.  (anonym)
  • Sie können den Wind nicht ändern, aber Sie können versuchen, die Segel anders zu setzen.  (Deutsche Bootsweisheit) (Link)
  • "Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen." Aristoteles  (Link)
2012
  • "Man kann den Wind nicht ändern, aber die Segel neu setzen."
2013
  • "Man kann den Wind nicht ändern, aber die Segel richtig setzen. (Quelle unbekannt)" (Link) 
  • "Wir können den Wind nicht lenken, aber wir können die Segel anpassen. Dolly Parton. "

Auch Garson O'Toole hat in seiner gründlichen Dokumentation der englischsprachigen Geschichte dieses Spruchs (Link) keinerlei Beziehung zu Aristoteles herausgefunden.

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Google
Google Books
Garson O'Toole (Quote Investigator): "We Cannot Direct the Wind, But We Can Adjust the Sails:  Cora L. V. Hatch? Thomas Sheridan? George Whyte-Melville? A. B. Kendig? Ella Wheeler Wilcox? Bertha Calloway? Jimmy Dean? Dolly Parton? Thomas S. Monson?" 2017,  (Link)

Frühe falsche Zuschreibungen an Aristoteles:
2005 (Link)
Google Books  

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Dank:
Dank an "Weltgeist is a bitch" für den Hinweis auf das Falschzitat und Garson O'Toole für seinen gründlichen Artikel darüber.

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Artikel in Arbeit.

Freitag, 15. Dezember 2017

"GOTT ist immer in uns, nur wir sind selten zu Hause." Meister Eckhart (angeblich)

  • "Gott ist immer in uns, nur wir sind so selten zuhause."
  • "Gott ist immer in uns, nur leider sind wir selten zu Hause."
Diese Meister-Eckhart-Zitate aus dem 21. Jahrhundert paraphrasieren einen Gedanken aus Meister Eckharts Predigten:
  • "Gott ist in uns daheim, wir sind draußen."
  • "Gott ist in uns daheim, wir aber sind in der Fremde." 
  • "Gott ist allzeit bereit, aber wir sind sehr unbereit; Gott ist uns nahe, aber wir sind ihm ferne; Gott ist drinnen, aber wir sind draussen; Gott ist zu Hause, aber: wir sind in der Fremde."
    (Got ist alzit bereit, mer: wir sin sere unbereit; got ist uns nähe, mer: wir sin im sere so verre; got ist inne, mer: wir sin uze; got ist heimelich, mer: wir sin vremde.)    

    Meister Eckharts mystische Schriften. Übertragen von Gustav Landauer, Karl Schnabel,
    Berlin: 1903, S. 111 (Link)

Andere Übersetzungen:

  • "Gott ist uns nahe, wir sind ihm fern; Gott ist drinnen, wir sind draußen; Gott ist in uns daheim, wir aber sind in der Fremde."
    Meister Eckhart: Predigt 36
  • "Gott ist uns „nahe“, wir aber sind ihm fern; Gott ist drinnen, wir aber sind draußen; Gott ist (in uns) daheim, wir aber sind in der Fremde."
    Meister Eckhart: Predigt 36

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Quellen:
Meister Eckharts mystische Schriften. Übertragen von Gustav Landauer, Karl Schnabel, Berlin: 1903, S. 111, Zeno.org (Link)
  • "Es begehrte nie ein Mensch so sehr nach einer Sache, als Gott begehrt, den Menschen dazu zu bringen, ihn zu erkennen. Gott ist allzeit bereit, aber wir sind sehr unbereit; Gott ist uns nahe, aber wir sind ihm ferne; Gott ist drinnen, aber wir sind draussen; Gott ist zu Hause, wir sind in der Fremde. Der Prophet spricht: »Gott führt die Gerechten durch einen engen Weg in die breite Strasse, dass sie in die Weite und in die Breite kommen, das heisst: in wahre Freiheit des Geistes, der ein Geist mit Gott geworden ist.« Dass wir ihm alle folgen, dass er uns in sich bringe, das walte Gott. Amen."
    Meister Eckharts mystische Schriften. Übertragen von Gustav Landauer, Karl Schnabel,
    Berlin: 1903, S. 111 (Link)

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Artikel in Arbeit.







(Link)



„Nie hat ein Mensch nach irgendetwas so sehr begehrt, wie Gott danach begehrt, den Menschen dahin zu bringen, dass er erkenne, wie nahe ihm Gott ist. Gott ist allzeit bereit, wir aber sind sehr unbereit; Gott ist uns nahe, wir sind ihm fern; Gott ist drinnen, wir sind draußen; Gott ist in uns daheim, wir aber sind in der Fremde.“
Predigt 36

»Gott ist allzeit bereit, wir aber sind sehr unbereit; Gott ist uns „nahe“, wir aber sind ihm fern; Gott ist drinnen, wir aber sind draußen; Gott ist (in uns) daheim, wir aber sind in der Fremde« (Meister Eckhart: Predigt 36)



In unserm tiefsten Innern da will Gott bei uns sein, wenn er uns zu Hause findet und nicht die Seele ausgegangen ist mit den fünf Sinnen zu sponsieren (102, 15). 
1868 (Link) 

Wer in allen Räumen zu Hause ist, der ist Gottes würdig, und wer in allen Zeiten eins bleibt, dem ist Gott gegenwärtig, undinwemalle Kreaturen zum Schweigen gekommen sind, in dem gebiert Gott seinen eingeborenen Sohn 


(Link)