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Donnerstag, 17. September 2020

"Ich kann mich nicht von weinenden Kinderaugen erpressen lassen." Johanna Mikl-Leitner (angeblich)

Diese herzlose Parole hat so ähnlich der AfD-Politiker Alexander Gauland geprägt und wird der ehemaligen österreichischen Innenministerin Johanna Mikl-Leitner fälschlich zugeschrieben.  


 Alexander Gauland, 25. Februar 2016:

  • "'Wir müssen die Grenzen dichtmachen und dann die grausamen Bilder aushalten. Wir können uns nicht von Kinderaugen erpressen lassen.'  Stille. Dann bricht es aus ihm heraus: 'Man kann sich nicht einfach überrollen lassen. Einen Wasserrohrbruch dichten Sie auch ab.'"

    ZEITmagazin Nr. 10/2016  
Twitter

 

Schon kurz nach der Publikation des Interviews mit Alexander Gauland im ZEIT Magazin wurde aus den Kinderaugen, von denen wir uns angeblich nicht erpressen lassen dürfen, "weinende Kinderaugen":  


Twitter, 26. Februar 2016:


Konstantin Wecker war im März 2016 der Erste, der diesen herzlosen Satz eines 'Rassisten von der AfD'  in Zusammenhang mit der Innenministerin Johanna Mikl-Leitner gebracht hat.


 Konstantin Wecker, 10. März 2016: 

  • "Österreichs Innenministerin Johanna Mikl-Leitner bleibt nach der faktisch vollständigen Schließung der sogenannten Balkanroute für Flüchtlinge hart. 'Das Schließen der Balkanroute verläuft planmäßig, und diese Uhr wird nicht zurückgedreht', sagte sie der Zeitung "Welt".
    [...]
    Irgendein Rassist von der AfD soll gesagt haben 'wir dürfen uns von weinenden Kindern nicht erpressen lassen.'
    Wissen Sie wer sich nicht von weinenden Kindern erpressen läßt, Frau Mikl-Leitner?
    Ausschließlich schwer geschädigte Psychopathen."
    (facebook.com)

 

Im Oktober 2016 wurde dann nicht nur geschrieben, der Satz Gaulands drücke die Einstellung der ÖVP-Politikerin Mikl-Leitner zur Asylpolitik aus, sondern sie habe diesen Satz auch selber gesagt:

 

 Heribert Prantl, 6. Oktober 2016:


  • Angelika Merkel "hätte sagen können: 'Ich kann mich doch von weinenden Kinderaugen nicht erpressen lassen.' Österreichs Innenministerin Johanna Mikl-Leitner hat so dahergeredet; und es gab auch deutsche Staatsschützer, die so gesprochen und mit solchen Sätzen Herzlosigkeit als angebliche Verantwortungsethik gepriesen haben: Deutschland müsse ein Exempel statuieren. Dosierte Brutalität sei besser als undosierte Aufnahmepolitik."

    Heribert Prantl: "'Wir schaffen das.' Politik der drei Wörter." 6. Oktober 2016 (zulehner.wordpress.com)

 

 Twitter, 17. September 2020:
 

Die falsche Zuschreibung des Zitats an die österreichische Innenministerin könnte auch dadurch entstanden sein, dass österreichische Innenministerinnen schon öfters mit zynischen Rechtfertigungen ihrer mitleidslosen Maßnahmen aufgefallen sind.

Die Innenmininsterin Maria Fekter zum Beispiel kam im Jahr 2009 mit einem schäbigen Witz über die "Rehlein-Augen" der Schülerin Arigona Zogaj, die im Asylverfahren mit ihrer Familie abgeschoben werden sollte, in die Schlagzeilen.

 
 
Innenministerin Maria Fekter (ÖVP) , 14. Januar 2009:
 
  • "Ich habe nach den Gesetzen vorzugehen, egal ob mich Rehlein-Augen aus dem Fernseher anstarren oder nicht".

    (derstandard.at)


 
Artikel in Arbeit.

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Quellen:
ZEITmagazin Nr. 10/2016   
Heribert Prantl: "'Wir schaffen das.' Politik der drei Wörter." 6. Oktober 2016 (zulehner.wordpress.com)

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Dank:
Ich danke Jürg Christandl für den Hinweis auf das Falschzitat und Matthias Cremer für den Hinweis auf Maria Fekters zynischen Witz.