Freitag, 12. April 2019

"Den größten Fehler, den man im Leben machen kann, ist, immer Angst zu haben, einen Fehler zu machen." Dietrich Bonhoeffer (angeblich)

 
Pseudo-Dietrich-Bonhoeffer-Zitat.
Dieser im Jahr 1901 enstandene Aphorismus des amerikanischen Autors, Künstlers und Philosophen
Elbert Hubbard wird 100 Jahre später nicht nur im Internet sehr oft dem deutschen Theologen und Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer unterschoben. 

In Bonhoeffers Briefen, Reden und Schriften ist dieser Aphorismus weder in der grammatikalisch korrekten Form, "Der größte Fehler ... ist", noch in der weit verbreiteten verhatschten Version, "Den größten Fehler ... ist", zu finden, wie mir auch der Vorstand der Internationalen Bonhoeffer-Gesellschaft, Dekan Dr. Gernot Gerlach, per E-Mail bestätigt hat.


Elbert Hubbard, 1901:

  • "The greatest mistake you can make in life is to be continually fearing you will make one."

    Elbert Hubbard (anonym; Erstdruck): The Philistine, vol 13, November 1901, Nr. 6 S. 188 (Link);  wieder abgedruckt in: "The Note Book of Elbert Hubbard" The Roycrafters: 1927, S. 129  archive.org
Der 1945 im KZ Flossenbürg grausam hingerichtete Dietrich Bonhoeffer wurde an seinem Todestag auch 2019 auf Twitter wieder oft mit diesem falsch zugeschriebenen Zitat geehrt:

Dietrich-Bonhoeffer-Falschzitat auf Twitter,  9. April 2019:






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Quellen:
Ausgewählte Zitate Dietrich Bonhoeffers im "Dietrich Bonhoeffer Portal":  dietrich-bonhoeffer.net/zitate/ (nicht enthalten)
E-Mail von Gernot Gerlach vom 12. April 2019
Elbert Hubbard (anonym; Erstdruck): The Philistine, vol 13, November 1901, Nr. 6 S. 188 (Link);   "The Note Book of Elbert Hubbard" The Roycrafters, USA: 1927, S. 129  archive.org
books.google
 Wikiquote-Diskussion (mit Hinweis auf Grammatikfehler)
en.wikiquote_Elbert_Hubbard


Frühe falsche Zuschreibung:  2004 (Link) 

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Dank:
Ich danke Tobias Blanken für den Hinweis auf dieses falsche Zitat und Dekan Gernot Gerlach (Internationale Bonhoeffer-Gesellschaft) für die Bestätigung, dass das Zitat Dietrich Bonhoeffer nur unterschoben wird.

Dienstag, 9. April 2019

"Wenn ich es noch einmal zu tun hätte, würde ich mit der Kultur beginnen." Jean Monnet (angeblich)


Pseudo-Jean-Monnet quote.
Dieser Satz wird Jean Monnet seit Jahrzehnten unterschoben, obwohl Kenner und Kennerinnen seiner Reden und Schriften seit 1993 darauf hinweisen, dass dieser Ausspruch nicht von dem Architekten der EU, Jean Monnet, sondern so ähnlich vom französischen Kulturminister Jacques Lang stammt.

Der Sozialdemokrat Jacques Lang meinte um 1981, wir sollten uns einmal vorstellen, Jean Monnet hätte gesagt, würde er noch einmal anfangen, würde er mit der Kultur beginnen:


Jacques Lang, 1981:

  • "Imaginez-vous un peu que Jean Monnet aurait pu dire: Si c'était à refaire, je commencerais par la culture-que n'aurions-nous pas comme tâches à accomplir dans le respect du fondateur de l'Europe?".
    Jacques Lang, um 1981, zitiert von Jean-Pol Baras: "Jean Monnet et la culture", eur info nr. 181, Dezember 1993, S. 7 (Link)
     
Erst nach diesem (nicht exakt datierten) Ausspruch Jacques Langs entstand das beliebte angebliche Jean-Monnet-Zitat, das noch niemand in seinen Reden und Schriften gefunden hat.

 

Varianten des Jean-Monnet-Kuckuckszitats:



  • "Si c'était à refaire, je commencerais par la culture."
  • "Si l’Europe était à refaire, je commencerais par l’Europe artistique."
  • "If I had to do it again, I would begin with culture."
  • "Wenn ich nochmals mit dem Aufbau Europas beginnen könnte, dann würde ich mit der Kultur beginnen."
  • "Wenn ich mit der europäischen Einigung noch einmal zu beginnen hätte, würde ich mit der Kultur beginnen."
  • "Wenn ich noch einmal Gelegenheit hätte, mit der Politik europäischer Einigung den Anfang zu machen, so würde ich mit der Kultur beginnen."
  • "Wenn ich es noch einmal zu tun hätte, würde ich mit der Kultur beginnen." 
  • "Müsste ich Europa neu erfinden, würde ich mit der Kultur beginnen." 
Pseudo-Jean-Monnet-Zitat.
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Quellen:
Jean-Pol Baras: "Jean Monnet et la culture", eur info nr. 181, Dezember 1993, S. 7 (Link) 
Oppermann/Classen/Nettesheim, Europarecht, 4. Auflage München 2009, § 36 III., S. 648 (vorerst zitiert nach Wikipedia) 
books.google 
lucky.blog.lemonde.fr/2006/03/04/2006_03__si_ctait_refai/ 
 Wikipedia

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Dank:
Ich danke Eugen Pfister für den Hinweis auf dieses falsche Zitat. 

In Arbeit.

Sonntag, 31. März 2019

"Ideale sind wie Sterne, man kann sie nicht erreichen, aber man kann sich an ihnen orientieren." Carl Schurz (angeblich)

Dieses Zitat stammt aus einer Rede des amerikanischen Staatsmannes Carl Schurz, die er im Jahr 1859 in Boston mit dem Titel "True Americanism" gehalten hat. Die deutschen Übersetzungen dieses Zitats sind in den letzten Jahren meistens etwas verkürzt, aber nicht sinnentstellt.

Der deutsche 1848er-Revolutionär Carl Schurz wurde nach seiner Emigration in Amerika der erste in Deutschland geborene US-Senator.

Carl Schurz, 1859:

  • "Ideals are like stars; you will not succeed in touching them with your hands. But like the seafaring man on the desert of waters, you choose them as your guides, and following them you will reach your destiny."
    Carl Schurz: "True Americanism", Address, Faneuil Hall, Boston (18 April 1859) in: Speeches of Carl Schurz, J.B. Lippincott and Co., Philadelphia: 1865, S. 54 archive.org

Deutsche Versionen dieses Zitats sind seit 1906 nachweisbar.

1906
  • "Ihr werdet sagen, ich sei unpraktisch, ich wäre ein Idealist. Ich aber sage Euch, die Ideale sind wie die Sterne am Himmel. Ihr könnt sie nicht mit Händen fassen, aber den Schiffer auf hoher See leiten sie und führen ihn in den sicheren Hafen."
    books.google 

  • „Ideale sind gleich den Sternen. Du wirst sie nicht mit der Hand berühren, aber gleich dem Seefahrer auf den Wüsten der Wasser wählst Du sie als Führer, folgst ihnen und erreichst Deine Bestimmung."
    Eugene Kühnemann: Address of Professor Eugene Kühnemann (In Memory of Carl Schurz). New York Committee of the Carl Schurz Memorial, New York, New York 1906, Seite 24.  (Link)
2000
  • "Ideale sind wie Sterne. Wir erreichen sie niemals, aber wie die Seefahrer auf dem Meer richten wir unseren Kurs nach ihnen. "
    books.google.
2017
  • "Ideale sind wie Sterne, man kann sie nicht erreichen, aber man kann sich an ihnen orientieren."
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Quellen:
Carl Schurz: "True Americanism", Address, Faneuil Hall, Boston (18 April 1859) in: Speeches of Carl Schurz, J.B. Lippincott and Co., Philadelphia: 1865, S. 54 archive.org

Eugene Kühnemann: Address of Professor Eugene Kühnemann (In Memory of Carl Schurz). New York Committee of the Carl Schurz Memorial, New York, New York 1906, Seite 24.  (Link)

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Dank:
Ich danke holio für den Hinweis auf das Zitat.

Sonntag, 17. März 2019

"Jeder dumme Junge kann einen Käfer zertreten. Aber alle Professoren der Welt können keinen herstellen." Arthur Schopenhauer (angeblich)



Pseudo-Arthur-Schopenhauer-Zitat.
Dieser beliebte Aphorismus wurde Arthur Schopenhauer erst über 100 Jahre nach seinem Tod erstmals zugeschrieben. 

Da dieser Satz immer ohne genaue Quellenangabe zitiert wird und das Zitat weder in Arthur Schopenhauers digitalisierten Werken noch in Schopenhauer-Lexika zu finden ist, wurde es  dem Philosophen Schopenhauer wahrscheinlich nur unterschoben.

Laut einem Wikipedia-Artikel scheint das Zitat im Jahr 1981 erstmals in einem Zitate-Lexikon aufgenommen worden zu sein. (Das Große Krüger Zitaten Buch. 2. Auflage. Frankfurt am Main 1981, Abschnitt: Tiere, S. 451: vorerst zitiert nach Wikipedia)

Man sollte dieses Zitat Schopenhauer nur zuschreiben, wenn man eine Quelle in seinen Texten angeben kann.


Varianten des Kuckuckzitats:



  • " Any foolish boy can stamp on a beetle, but all the professors in the world cannot make a beetle."
 
Pseudo-Arthur-Schopenhauer quote

 

1988
1993
  • "Jeder dumme Gassenjunge kann einen Käfer zertreten, aber es gelingt sämtlichen Professoren dieser Welt nicht, ihn wieder zum Leben zu erwecken (nach Hermann Hesse) S.32

2006 
2013
  • Bislang kann zwar jeder dumme Junge einen Käfer zertreten, aber alle Wissenschaft der Welt noch keinen produzieren. (A. Schopenhauer)  
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"Jeder dumme Junge kann einen Käfer zertreten. Aber alle Professoren der Welt können keinen herstellen. 

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 Quellen:
Schopenhauer-Lexikon. Ein philosophisches Wörterbuch, nach Arthur Schopenhauers sämmtlichen Schriften und handschriftlichem Nachlass. Von Julius Frauenstädt.   F. A. Brockhaus, Leipzig: 1871 
Schopenhauer-Online-Lexikon
Das Große Krüger Zitaten Buch. 2. Auflage. Krüger Verlag, Frankfurt am Main: 1981, Abschnitt: Tiere, S. 451; vorerst zitiert nach Wikipedia)

Artikel in Arbeit.

Montag, 4. März 2019

"Ich bin kein Huhn, aber ich weiss, wann ein Ei faul ist." Karl Kraus (angeblich)

Dieser Lieblingsspruch vieler Kritiker wird Karl Kraus irrtümlich unterschoben und ist in seinen Texten weder so noch so ähnlich zu finden, auch wenn zum Beispiel der streitbare Journalist Henryk M. Broder das Gegenteil behauptet.

Henryk M. Broder, 2018:
  • "Es gibt ein wunderbares Wort von Karl Kraus, den ich als meinen Gott verehre, wahrscheinlich den einzigen, den ich anbete, er hat mal gesagt: 'Ich bin kein Huhn, aber ich weiss, wann ein Ei faul ist.'"
    Henryk M. Broder, 8. Oktober 2018, Sitzung des Petitionsausschusses zur "Erklärung 2018". - twitter, Youtube, ab 4:08

Die erste falsche Zuschreibung einer Variante dieses Spruchs an Karl Kraus stammt aus dem Jahr 1992, also mehr als 50 Jahre nach seinem Tod:


1992

Diese Version des Spuchs ist so ähnlich seit dem Jahr 1907 nachzuweisen, ist aber in keinem Text von Karl Kraus zu finden.

1907
  • um konstatieren zu können, daß ein Ei faul sei, muß ich es da ganz auslöffeln?
    books.google 
Jahrzehntelang wurden Varianten dieses Bonmots ohne Namensnennung des wahrscheinlich anonymen Urhebers verbreitet, bis es im Jahr 1970  erstmals dem in seiner Zeit gefeierten Kritiker Alfred Kerr und zwanzig Jahre danach erstmals dessen Gegner Karl Kraus zugeschrieben wurde.

Seriöse Quellen für diese Zuschreibungen an Kerr oder Kraus werden in den digitalisierten Texten niemals angegeben. Ob ein Satz so oder so ähnlich wirklich in einem Werk Alfred Kerrs vorkommt, kann ich noch nicht sagen.



1948
  • Muß man selbst Eier legen können, um festzustellen, ob ein Ei faul ist?
    Pandora, Heft 2. Aegia Verlag, Ulm: 1948, S. 82 books.google

1955
  • "Wer gibt Ihnen das Recht", sprach der Theaterdirektor zum Kritiker, "diese Tragödie zu verreissen, obwohl Sie selber vermutlich nicht den simpelsten Einakter schreiben können?" "Ich kann", antwortete der Kritiker, auch keine Eier legen - aber ich kann feststellen, ob ein Ei faul ist."
    Gunter Groll: "Magie des Films", in: Filmkunst, 1955, Heft Nr. 2, Juni 1955, S. 25 books.google 

  • 1970: Kerr lächelte kühl. „Ich kann auch keine Eier legen", erklärte er, „aber trotzdem weiß ich, ob ein Ei gut oder schlecht ist. Berliner Illustrierte
2008?

2015
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Quellen:
Gunter Groll: Magie des Films. Kritische Notizen über Film, Zeit und Welt. München: Süddeutscher Verlag 1953,
Pandora, Heft 2. Aegia Verlag, Ulm: 1948, S. 82
 Henryk M. Broder, 8. Oktober 2018, Sitzung des Petitionsausschusses zur "Erklärung 2018". - twitter, Youtube 4:08

In Arbeit.

Mittwoch, 27. Februar 2019

"Der ewige Friede passt als Aufschrift über Kirchhofspforten; denn nur die Toten schlagen sich nicht mehr." Gottfried Wilhelm Leibniz (angeblich)

Dieser Spruch stammt so ähnlich aus einem auf Französisch geschriebenen Brief von Gottfried Wilhelm Leibniz an den französischen Mathematiker, Autor und Historiker Jean-Léonor Le Gallois de Grimarest vom 4. Juni 1712.

Leibniz, 1712

  • »Ich erinnere mich hiebei der Devise eines Kirchhofs: pax perpetua [Zum Ewigen Frieden]; denn die Todten schlagen sich nicht. Die Lebendigen aber sind von einem andern Humor, zumal die Mächtigsten; die respectiren keine Tribunale. Man müßte diese Herren gut bürgerlich in die Bank des Tribunals Caution machen und gerichtlich deponiren lassen, z. B. einen König von Frankreich 100 Millionen Thaler, einen König von Großbritannien nach Verhältnis, daß, falls sie sich dem Spruch des Tribunals widersetzten, dieser mit ihrem eignen Gelde executiv vollstreckt werden können."
    Übersetzung von Johann Gottfried Herder (Link); (andere Übersetzung des Briefes von Wilhelm Borner: archive.org/)
  • "J'ai vu quelque chose dans le projet de  Monsieur de Saint-Pierre  pour maintenir la paix perpétuelle en Europe. Je me souviens de la devise d'un cimetière avec ces mots: pax  perpetua; car les morts ne se battent point; mais les vivants sont  d'une autre humeur, et   les plus puissants ne respectent guère les tribunaux". 

    Gottfried Wilhelm Leibniz an Jean-Léonor Le Gallois de Grimarest, 11. Brief, 4. Juni 1712
Die traurige Wahrheit, dass ewiger Frieden nur unter den Toten möglich ist, hat Leibniz schon 1693 im Vorwort zur seiner Textsammlung "Codex Juris Gentium Diplomaticus" durch eine Anekdote illustriert: Ein  holländischer Spaßvogel habe unter dem Gasthaus-Schild "Zum ewigen Frieden" das Bild eines Friedhofs angebracht.

Diese Anekdote von Leibniz erwähnt Immanuel Kant im ersten Satz seiner Schrift "Zum Ewigen Frieden."

Kant, 1795

  • "Zum Ewigen Frieden
    Ob diese satirische Überschrift auf dem Schilde jenes holländischen Gastwirts, worauf ein Kirchhof gemalt war, die Menschen überhaupt, oder besonders die Staatsoberhäupter, die des Krieges nie satt werden können, oder wohl gar nur die Philosophen gelte, die jenen süßen Traum träumen, mag dahin gestellt sein."
    (Link)

 Leibniz, 1693

  • "Itaque elegans nugator in Bataviscum more gentis signum pro domo suspendisset, pacis perpetuae, pulchro titulo figuram coemeterii subjecerat. Ibi scilicet mors quietem fecit. Et Aizemaclarus harumrerum notitia, etiam Epitaphio testatus est sententiam:

    Qui pacem quaeris libertatemque, Viator,
    Aut nusquam aut isto sub tumulo invenies."
    Gottfried Wilhelm Leibniz: "Codex Juris Gentium Diplomaticus", S. 51 /leibniz.uni-goettingen.de/pdf/
Artikel in Arbeit.
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Quellen: 
Concha Roldan: "Perpetual Peace, Federalsim and the Republic of the Spirits: Leibniz Between Saint-Pierre and Kant", Studia Leibnitiania, Band 43, Heft 1, Franz Steiner Verlag, Stuttgart: 2011, S. 87-102; S. 91  jstor.org 
Gottfried Wilhelm Leibniz: Codex Juris Gentium Diplomaticus (Hannover: 1693) in: Sämtliche Schriften und Briefe, Vierte Reihe, Politische Schriften, 5. Band, hrsg. von der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften un der Akademie der Wissenschaften in Göttingen, Akademie Verlag, Berlin: 2004, S. 51 (pdf)

Leibniz
 books.google.

books.google.
books.google
Schild:  books.google
  (Link)

Samstag, 9. Februar 2019

"Wer weiß, was er will, der hat schon die halbe Arbeit getan." Friedrich Hölderlin (angeblich)

Pseudo-Friedrich-Hölderlin-Zitat.

Dieser Satz wird erst seit kaum fünf Jahren Friedrich Hölderlin unterschoben. 

In seinen digitalisierten Schriften ist er unauffindbar und stammt so ähnlich aus einem seit 1906 mehrfach gedruckten Brief-Fragment des deutschen Malers Hans von Marées:
  • "Der, wer weiß, was er will, hat die halbe Arbeit getan." 

    Brief-Entwurf von Hans von Marées an eine unbekannte Person, undatiert, wahrscheinlich: Rom, 1867; in: Konrad Fiedler: Schriften über Kunst. Hrsg. von Hermann Konnerth, Erster Band, R. Pieper u. Co., München: 1913, S. 369 (Link)
 Auch von dem dänischen Philosophen Søren Kierkegaard ist ein ähnlicher Satz überliefert, aber nicht von Friedrich Hölderlin:
  • "Wofern es wahr ist, was das Sprichwort sagt: Frisch gewagt ist halb gewonnen, so ist auch wahr, daß die Arbeit halb getan ist, ja mehr als halb, wenn die Aufgabe feststeht."

    Søren Kierkegaard: Gesammelte Werke, Band XVIII, Erbauliche Reden in verschiedenem Geist 1847. Eugen Diederichs Verlag: 1966, S. 313 (Link)
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Quellen:
Brief-Entwurf von Hans von Marées an einen unbekannten Adressat, undatiert, wahrscheinlich: Rom,  1867; in: Konrad Fiedler: Schriften über Kunst. Hrsg. von Hermann Konnerth, Erster Band, R. Pieper u. Co., München: 1913, S. 369 (Link)
Søren Kierkegaard: Gesammelte Werke, Band XVIII, Erbauliche Reden in verschiedenem Geist 1847. Eugen Diederichs Verlag, (Jena): 1966, S. 313 (Link) 

Beispiele für falsche Zuschreibungen:
2014: Twitter (frühe falsche Zuschreibung)
2017: Bert Forschelen: "Kompendium der Zitate für Unternehmer und Führungskräfte: Über 5000 Aphorismen für Reden und Texte im Management.", Springer Gabler, Wiesbaden: 2017, S. 70 books.google (Laut Google books ist das die erste Zuschreibung in einer gedruckten Zitatsammlung.)
aphorismen.de/zitat/175251