Montag, 24. April 2017

Dank für Hinweise und Anregungen

Für Fragen, Anregungen, Hilfe, Witz, Hinweise, Recherchen, Korrekturen und Kritik danke ich:

Besonders dem Garson O'Toole, Ralf Bülow, Basso Continuo, Lisi Moosmann, Tobias Blanken und Joseph Wälzholz, aber auch: Katharina Prager, Julian NordhuesMatthias CremerBrigitte Stocker, Valerié Robert, Paulus Esterhazy Peter Daser, Eugen Pfister, Peter PlenerEduard Habsburg, Friedrich Forssman, Markus Pirchner, Andrea Maria Dusl, Leigh Hunt, Axel Feuerherdt, Michael Gunczy, Kunstseidene, Kéri Will, Joesi Prokopetz, Zenon, Sigurd Paul Scheichl, Karin Koller, Frank RichterNicole delle Karth, Brigitte FuchsMichael Mayer, Peter Winslow, Klaus Kastenhofer,  Wolfgang Kauders, MagicaErich Neuwirth, Daniel Kosak,  Kurt Fischer, Dennis Beck, Letnapark, Peter Rabl, Ingo Stützle, Oliver Rathkolb, Birgit Mathon, Juliane Fischer, werquer.works, Robert Misik, Thomas Hauer, Fanny Esterházy, Xoph da Prof, Astrid Dominiak , Buchhandlung am TurmBirte Förster, Christina Dongowski, CurlySue, Lucile Dreidemy, Moses Maria Mayer,  Giesbert Damaschke, Bernhard ForssmanArmin Wolf, Georg Hoffmann-OstenhofWalter Schübler, Renate Stark-Voit, Dr. Hausse, Clemens M. Schuster, Christian Seidl, Tomasz Michalski, Wolfgang Mieder, Peter Michael Braunwarth und  Oliver Grimm: "Meme: Mit Karl Kraus und Co. im Irrgarten der Zitate".

(Diese Liste ist noch unvollständig. )

Es ist heutzutage - mit etwas Übung - in 90 von 100 Fällen nicht schwierig, ein falsches Zitat innerhalb von fünf Minuten als solches zu erkennen. Wenn mir ein Zitat verdächtig vorkommt, versuche ich den Kontext des Zitats zuerst bei  Google Books und dem Projekt Gutenberg herauszufinden. Danach gehe ich zu Wikiquote, das von Jahr zu Jahr verlässlicher wird, aber nicht blindes Vertrauen verdient sowie zu sorgfältig hergestellten Textsammlungen, die nicht mit Hilfe von Google durchsuchbar sind, wie zum Beispiel der digitalen "Fackel" der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Dann blättere ich in sorgfältig gemachten Nachschlagwerken und Studien, die nicht Online zur Verfügung stehen.

Online-Zitatesammlungen oder Zitatlexika wie "Zitate für Manager" meide ich vollständig, da sie alle zu fehlerhaft sind. Finde ich das Zitat nicht in einer seriösen Quelle, interessiert mich, seit wann es im Umlauf ist und ob es Ähnliches auf Englisch und Französisch gibt. Wenn das Zitat eines bekannten Autors in der Fachliteratur unbekannt ist, in keinem der seriösen Lexika von Oxford, Yale oder Reclam vorkommt, und das Zitat erst seit 20 Jahren in Umlauf ist, wenn noch dazu nie eine Quelle angegeben wird und es nur in Online-Zitate-Sammlungen verbucht ist: dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass es falsch zugeschrieben ist, sehr, sehr groß.

Am Ende frage ich zur Sicherheit eine kompetente Forschungsstelle, ob dort das Zitat schon einmal aufgetaucht ist. Die jeweiligen Forscherinnen und Forscher wissen auch, wieviel Texte aus ihrem Arbeitsgebiet mit Hilfe von Suchmachinen durchsuchbar sind und wieviele nicht.

Einige Zweifelsfälle können allerdings nur sehr zeitaufwendig geklärt werden. Man darf nicht vergessen, dass die Bücher bei Google Books mit Fehlern auf fast jeder Seite eingelesen wurden und man sich nie vollständig sicher sein kann, ob eine resultatlose Suche nicht auf Grund von Fehlern bei Google Books oder eigenen Fehlern erfolglos geblieben ist. Auch sind ja nicht alle Klassiker vollständig digitalisiert. Das Gesamtwerk eines Autors vermögen nur jene zu überblicken, die es jahrelang studiert haben. Auch sind viele digitalisierte Ausgaben von Klassikern entsetzlich fehlerhaft. Deswegen können am Ende doch nur spezialisierte Philologen für ihr Fachgebiet entscheiden, ob ein zweifelhaftes Zitat korrekt zugeschrieben wird oder nicht. Es ist wesentlich weniger zeitaufwendig, ein falsches Zitat zu verbreiten als nachzuweisen, dass es inkorrekt oder falsch zugeschrieben ist.

Durch das Internet verbreiten sich falsche Zitate zwar schneller, aber es ist in der Regel auch einfacher, herauszufinden, ob ein Zitat stimmt oder nicht, da bereits hunderte Falschzitate auf diversen Seiten, zum Beispiel beim Quote Investigator oder bei Wikiquote dokumentiert sind. Wenn ich zu dem Ergebnis komme, ein Bonmot sei falsch zugeschrieben, gibt es übrigens einen einfachen Weg, das zu falsifizieren: man muss mir lediglich eine seriöse Quelle für das Zitat nennen, von dem ich nach einigen Recherchen und Diskussionen mit Kollegen sage: es gibt keine.

Da man sich ja auch selber manchmal irrt, bin ich meinen Kollegen und Kolleginnen in der Karl-Kraus-Forschung und jenen Philologinnen und Philologen, die meine Anfragen beantworten sowie den Leuten, die mit mir auf Twitter über problematische Zitate diskutieren, dankbar.